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Levin

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geboren: 10.08.2004

Diagnose:

Trisomie 21 (Down-Syndrom) seit Geburt

Erfolgsbilanz:

Levin hatte bisher Ergotherapie, Logopädie und Krankengymnastik erhalten.

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Seit November 2015 erhielt Levin eine tiergestützte Hundetherapie mit Pädagogik. Dazu kommt 2x pro Woche "sein Therapiehund Wolfi" zu ihm nach Hause und arbeitet mit ihm bereits sehr erfolgreich. Es wird vor allem die ganzheitliche Wahrnehmung Levins auf basaler Ebene gefördert, wie Angstabbau, Konzentration, Stressreduktion, Stärkung des Selbstbewußtseins und Akzeptanz enger Sozialpartner. 
Levin lernt auch Verantwortung zu übernehmen. Die Konzentration wird außerdem durch verschiedene Spiele gesteigert.
Seit dem gleichen Zeitraum nimmt Levin auch an Reittherapie teil. Levin hatte anfangs ein sehr ängstliches Verhalten gegenüber dem Pony, woraufhin erst einmal Vertrauen aufgebaut werden musste. Dies war relativ schnell erreicht, sodass Levin sich ohne Angst oder Weinen dem Tier näherte und es streichelte. Durch das Putzen wurden Koordination, Motorik und anweisungsorientierte Arbeiten trainiert, man konnte beobachten, dass es dem Jungen sichtlich Spaß machte. Viel Selbstvertrauen konnte Levin bei dem eigentlichen Reiten aufbauen, parallel dazu wurde auch die Sprache und die Motorik geschult.
Levin hat an Flexibilität gewonnen, Veränderungen werden zugelassen und starre Handlungsabläufe können mit Hilfe von Erklärungen abgebaut werden. Er wirkt aufgeschlossener in Situationen, die ihm vorher Angst gemacht haben.

Levin bei der Reittherapie

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2016 nahm Levin das ganze Jahr an der Hundetherapie teil. Mit seinem Therapiehund Wolfi geht er sehr liebevoll um. Bei Übungen, die ihm Spaß machen, ist er sehr konzentriert und benötigt nach einer gewissen Zeit keine Hilfestellung mehr. Bei Ausflügen auf den Eselhof ist Levin in einer anderen Welt, dort kann er das ganze Umfeld ausblenden. Bei den tiergestützten Therapien werden lebenspraktische Dinge vermehrt geübt, damit er in Zukunft mehr Verantwortung übernimmt. Durch den Therapiehund Wolfi erlernt Levin Rücksichtnahme und Verantwortungsbewußtsein. Er schlüpft gern in die Versorger-Rolle:
-Ich muss füttern, -Ich muss führen, -Ich muss bürsten!

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Von Januar bis Dezember 2016 hatte Levin auch weiterhin Heilpädagogisches Reiten, wodurch er immer selbstständiger wurde. Selbstbewußtsein und Vertrauen wurden gesteigert. Er traut sich jetzt auch zu das Pony allein  innerhalb des Stalls zu führen. Das Berühren des Ponys am Kopf fiel Levin zunächst noch schwer, aber mittlerweile putzt er den Kopf allein und kann Mähne und Ohren nahezu ohne Probleme halten, um darunter und dahinter zu putzen. Während des Reitens kann er jetzt auch die Hände hochhalten und sich nach vorn auf das Pony legen. Er ist flexibler geworden und lässt immer öfter spontane Änderungen zu. Angstsituationen konnten bisher zuverlässig durch die Einführung eines Rituals aufgelöst werden. 

Von Januar bis Dezember 2017 ging es auch mit der Reittherapie weiter, durch die Levin stetig Fortschritte machte. So hat die Mobilität auf dem Pony deutlich zugenommen, neben den ersten Lenkversuchen verhält er sich zusehens selbstbewusster, z.B. nach vorn strecken oder die Ohren des Ponys berühren. Dank des gewonnenen Selbstbewußtsein konnten auch andere Aktivitäten geweckt werden und die Angst vor Neuem und Spontanen wird vermehrt weniger.
Levin konnte sein Vertrauen ins eigene Können weiterhin vertiefen: Über eine Brücke bzw. durch ein Flatterband reiten, oder ein Tor öffnen ohne abzusteigen. Ebenso bereitet ihm das mittlerweile erlernte Traben große Begeisterung. Er ist viel selbstständiger geworden, auch beim Putzen, die Hilfestellungen konnten deutlich reduziert werden. 
Durch die Unterhaltung oder auch das Benennen der Körperteile des Ponys kann Levins Aussprache gefördert werden.

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Ebenso wurde die Hundetherapie weitergeführt. Ein Leben ohne Wolfie (Therapiehund) ist für Levin unvorstellbar. Anderen Hundebesitzern erklärt er stolz, dass auch er einen Hund hat. Seine Rolle als "Herrchen" übernimmt er voller Verantwortung, so dass Wolfies eigentliches Herrchen in den Hintergrund gestellt wird. Levin erklärt auch seiner Familie, wie sie sich gegenüber dem Hund zu verhalten hat, Wolfie muss sich auch den erzieherischen Maßnahmen von Levin stellen. Seine Familie freut sich, wie selbstsicher, selbstständig, inzwischen auch selbstverständlich er mit dem Hund umgeht.

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Bei dem Hundetraining in der tiergestützten Intervention lernt Levin auch die Zeiteinteilung, so z.B., dass er in 10 Minuten seine Schuhe angezogen haben soll, weil er mit dem Hund spazieren gehen will.

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Es werden Konzentrations- und Ausdauerübungen gemacht mit einem Hunde-Memory zum Auslegen.

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Der Umgang mit einer Schere und Übungen mit dem Setzkasten werden gefestigt. Er lernt seinen Namen und den Namen des Hundes mit Würfeln auszulegen.
Der emotionale Bereich bei Levin ist momentan unauffällig, er befindet sich zur Zeit in der Pupertät.
Für den Jungen ist es wichtig eine Tagesstrukturierung zu erleben, um das bereits Erlernte zu vertiefen, so auch Ausdauer und Konzentration. Levin ist selbstbewusster geworden und übernimmt auch immer mehr Verantwortung. Die Beziehung zu dem Hund motiviert ihn in jeder Hinsicht.

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Levin machte sich 2018 recht gut, so berichtete seine Mama, steckt seither allerdings voll in der Pubertät. Er wird ruhiger und verweigert sich nicht mehr so, ist hilfsbereiter und charmant. Sein Therapiepferd Maxi vergöttert er. Hauptsächlich wurde mit Levin das Lenken geübt, so konnte seine Koordination weiterhin auch mit verschiedenen Gegenständen, wie Öffnen und Schließen der Schließe am Fürstick, gefördert werden. Durch das Putzen und Pflegen des Ponys konnten Sicherheiten und Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Tier ausgebaut werden. Auch mit anderen Tieren wurde eine Annäherung möglich (Schnuppern, Streicheln).

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Wolfie, sein Therapiehund, gilt für ihn als sein Hund. Seine Handlungsfähigkeiten und Interessen (Hund - Esel - Tiere allgemein) wurden erweitert, evt. für sein späteres Berufsleben - Arbeiten mit Tieren.
Das soziale Verhalten wurde gesteigert, ebenso die Wertschätzung gegenüber seiner Umwelt (kindbezogene und familienorientierte Förderung).

2019 geht es für Levin wieder weiter mit Reittherapie. Der Junge zeigt zunehmend eigenständiges Handeln. Während des Reitens steht unter anderem das Lenken im Fokus, hier hat das Selbstvertrauen zugenommen. Er lenkt vereinzelt ohne Aufforderung. Allerdings gestaltet sich selbstständiges Reiten noch schwierig.

Da leider der Therapiehund von Levin 2019 verstarb, konnte die Hundetherapie nicht mehr weitergeführt werden.

Auch 2020 erhält Levin weiterhin Reittherapie.

Im Oktober ist für Levin eine Delphintherapie mit anteiliger Unterstützung von Kinderschicksale geplant, hoffen wir, dass sie stattfinden kann (Corona).